Herzlich Willkommen bei der Deutsch-Kurdischen Juristenvereinigung

Die Deutsch-Kurdische-Juristenvereinigung e.V. ist ein seit 2015 bestehender, eingetragener, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Frankfurt am Main. Unser Anliegen ist die Vernetzung von Jurist*innen in Deutschland mit und ohne kurdischem Background. Kurdischstämmige Menschen stellen in Deutschland einen erheblichen Anteil an der Bevölkerung mit Zuwanderungsgeschichte dar. Ihre Zahl wird auf etwa eine Million geschätzt.

Viele von uns haben Eltern und Großeltern, die als Arbeitsmigrant*innen oder Geflüchtete nach Deutschland kamen, oder haben die Erfahrung der Zuwanderung gar selbst gemacht. Gemein ist uns allen, dass wir in Deutschland den Mittelpunkt unseres Lebens haben und hier zu Hause sind. Im Klima von intakten rechtsstaatlichen Strukturen und relativem gesellschaftlichem Wohlstand macht insbesondere die jüngere Generation zunehmend von der Möglichkeit Gebrauch, eine akademische Laufbahn einzuschlagen und somit auch, sich der Rechtswissenschaft zuzuwenden.

Als Jurist*innen kurdischer, deutsch-kurdischer oder deutscher Herkunft fühlen wir uns verpflichtet, innerhalb und außerhalb Deutschlands juristische und menschliche Brücken zu schlagen und die Völkerverständigung, ebenso wie den fachlichen Austausch, voranzutreiben. Viele von uns verwirklichen dies bereits seit langem auf individueller Ebene oder in anderen institutionellen Kontexten. Mit der Gründung der Deutsch-Kurdischen Juristenvereinigung e.V. haben wir unsere Energien gebündelt und eine dynamische Plattform für unser Engagement geschaffen. Unsere fachliche und interkulturelle Kompetenz wollen wir in einer, immer vielfältiger werdenden Gesellschaft einbringen.

Wir setzen uns für eine Zusammenarbeit von Justiz, Anwält*innenschaft, Verwaltung, Wissenschaft und weiteren Institutionen mit rechtlichem Schwerpunkt in Deutschland und Europa mit den entsprechenden Personen, Gruppen und Institutionen in den von Kurden besiedelten Regionen im Nahen Osten ein. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass in diesen Regionen rechtsstaatliche und demokratische Strukturen, sowie Menschen- und Minderheitenrechte etabliert oder gestärkt werden können.

Vor gar nicht langer Zeit bahnten sich in der Türkei nach Jahrzehnten bürgerkriegsartiger Auseinandersetzungen mit vielen Opfern etliche Entwicklungen an, die eine demokratische Teilhabe des kurdischen Bevölkerungsanteils erstmals realistisch erhoffen ließen. Dieser Prozess ist inzwischen leider beendet und wird durch die türkische Regierung nun wieder in die entgegengesetzte Richtung bewegt: Gewalt, Vertreibung, willkürliche Amtsenthebungen, weitere Repressionen und sogar der Griff über die Staatsgrenze hinaus in mehrheitlich kurdisch besiedelte Gebiete prägen heute erneut den Alltag.

Die mehrheitlich kurdisch bewohnten Teile des Iraks und Syriens kamen insbesondere durch den Vormarsch der Milizen des sogenannten Islamischen Staates und deren erfolgreicher Bekämpfung in den Fokus der internationalen Berichterstattung. Dieser Kampf hat dazu beigetragen, ein neues Selbstbewusstsein und -verständnis zu entwickeln und neue Wege für ein Mehr an Selbstbestimmung zu gehen. Nach Jahrzehnten der Stagnation ist eine starke Dynamik entstanden, die jedoch auch immer wieder mit Rückschlägen, wie etwa den zentralstaatlichen Reaktionen auf das erfolgreiche Unabhängigkeitsreferendum im Nordirak im September 2017, konfrontiert ist.

Unabhängig vom jeweiligen Land und der speziellen Situation ist allen Kurd*innen in der Region gemein, dass sie solidarischen Beistand in ihrer demokratisch-rechtsstaatlichen Entwicklung benötigen. Bei der Umsetzung unserer Arbeit vertreten wir keine strikt vorgegebenen rechtlich-politischen Lösungen. Vielmehr möchten wir juristisches Wissen teilen, dessen Anwendung sich in Deutschland und in Europa bewährt hat und dabei auch Defizite im deutschen und europäischen Rechtssystem nicht verschweigen.

Wichtig für uns sind aber auch die Belange der migrantischen Bevölkerung, insbesondere der kurdischen Community in Deutschland. Deshalb befassen wir uns mit dem deutschen und europäischen Asyl- und Aufenthaltsrecht und bringen uns in die Zuwanderungsdebatte ein.

Mitglieder unserer Vereinigung sind Wissenschaftler*innen, Beamt*innen, Rechtsanwält*innen und Studierende aus dem gesamten Bundesgebiet.

Wer sich von unseren Zielen angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, sich aktiv einzubringen – sei es als Mitglied oder als Sympathisant*in. Die Deutsch-Kurdische Juristenvereinigung e.V. ist offen für alle Jurist*innen in einer Hochschulausbildung oder mit juristischem Abschluss, gleich welcher Herkunft sie sind.

Wir legen Wert darauf, dass wir überparteilich und organisatorisch, sowie wirtschaftlich unabhängig sind.

Willkommen sind alle, die unsere Anliegen teilen und uns bei deren Verwirklichung unterstützten wollen.

 

5. Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main Samstag, 25 Juli, 2015 - 12:00 Uhr
Gründungsfeier der Deutsch-Kurdischen Juristenvereinigung Samstag, 27 Juni, 2015 - 16:00 Uhr
4. Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main Samstag, 30 Mai, 2015 - 12:00 Uhr
3. Mitgliederversammlung in Bonn Samstag, 4 April, 2015 - 12:00 Uhr
2. Mitgliederversammlung in Köln Samstag, 28 Februar, 2015 - 12:00 Uhr

Türkei tötet Zivilisten und verletzt humanitäres Völkerrecht

Pressemitteilung 6-2015

Fankfurt am Main, den 02. August 2015

Die andauernden Angriffe der Türkei, die fast ausschließlich auf die kurdische PKK und kurdische Siedlungsgebiete geflogen werden, fordern nun definitiv erste zivile Opfer. Bei den Angriffen sollen bisher 260 Menschen getötet und 400 verletzt worden sein. Einem Medienbericht von Spiegel Online... mehr

Erdogan spielt mit dem Feuer: Kurden wollen Frieden

Pressemitteilung 5-2015

Frankfurt am Main, den 27. Juli 2015

Als Reaktion auf den Terroranschlag von Suruc am 20. Juli 2015, bei dem 32 junge Menschen ums Leben kamen, kündigte die türkische Regierung ein energisches Vorgehen gegen terroristische Gruppen an. Während  die gesamte Welt davon ausging, dass türkische Sicherheitskräfte gegen den IS vorgehen würden,... mehr

Anschlag in Pîrsus (türkisch: Suruç): AKP-Regierung trägt Mitschuld

Pressemitteilung 4-2014

Frankfurt am Main, den 20. Juli 2015

Bei dem Anschlag in der nordkurdischen Stadt Pîrsus (türkisch: Suruç) sind mindestens 28 Menschen getötet und etwa 100 Personen verletzt worden. Das türkische Innenministerium sprach von einem „Terroranschlag“. Ersten Hinweisen zufolge gehe der Anschlag vermutlich auf das Konto der radikalislamischen... mehr

Nucleardeal with Iran: Kurds fear ongoing aggressions

Press release 3-2015

Frankfurt am Main, 14th of July 2015

The West celebrates the nuclear deal with Iran as an alleged breakthrough and thereby makes “a historic mistake”, is Kahraman Evsen, chairman of the German-Kurdish Lawyers Association, convinced of. “You can’t trust the Mullah-Regime in Teheran. The 12 million Kurds in Iran experience this... mehr

Atomdeal mit Iran: Kurden fürchten weitere Aggressionen

Pressemitteilung 3-2015

Frankfurt am Main, den 14. Juli 2015

Der Westen feiert den Atomdeal mit Iran als angeblichen Durchbruch und macht dabei „einen historischen Fehler großen Ausmaßes“, ist der Vorsitzende der Deutsch-Kurdischen Juristenvereinigung Kahraman Evsen überzeugt. „Dem Mullah-Regime in Teheran kann man nicht trauen. Die 12 Millionen... mehr

Seiten